Gespannt beobachten Schüler und Lehrer des Städtischen Gymnasiums Rheinbach in der Turnhalle, wie sich bewunderungswerte, fahrtüchtige Konstruktionen wie von unsichtbarer Hand gelenkt in Bewegung setzen und erhebliche Wegstrecken zurücklegen, als der klassenübergreifende Wettbewerb des diesjährigen Mausefallenautorennens der Jahrgangsstufe 8 stattfindet.

Die Schüler hatten im Laufe des ersten Schulhalbjahres alleine oder in Kleingruppen je ein Mausefallenauto gebaut. Das zu verwendende Material war dabei freigestellt. Einzige Regel: Der Antrieb des Autos darf ausschließlich durch eine handelsübliche Mausefalle erfolgen. Ziel ist das Erreichen einer möglichst großen Weite, die Geschwindigkeit spielt für den Sieg keine Rolle.

Den Hintergrund für diesen ungewöhnlichen Wettbewerb beschreibt der Lehrplan des Faches Physik der Schule. Dieser sieht für die Klassen 8 das Inhaltsfeld Mechanik vor, dessen Themen in einem Rahmenkontext bearbeitet werden.

Daher haben die Physiklehrer der Schule beschlossen, die Unterrichtsinhalte wie „Geschwindigkeit“, „Zusammenwirken von Kräften“, „Hebel und Rollen“, „mechanische Arbeit und Energie“ sowie „Energiewandlungen“ am Beispiel des Mausefallenautos in Form eines Projekts zu behandeln. Während der Bauphase wurden einzelne Modelle immer wieder untersucht und viele physikalische Erkenntnisse gewonnen: Ein großes Problem stellen geeignete Materialien dar, mit denen die Reibung am Fahrzeug minimiert werden kann; mit Hebeln und Rollen können die Kräfte so umgesetzt werden, dass hohe Geschwindigkeiten vermieden und damit die erreichten Weiten offensichtlich ganz erheblich gesteigert werden.

Nach der Fertigstellung der Fahrzeuge wurden zunächst klassenintern Wettbewerbe ausgetragen. Dann fand klassenübergreifend die Endrunde in der Turnhalle der Schule im großen Mausefallenautowettbewerb statt. Emil Draber verwendete bei seinem sehr langen, Aufsehen erregenden Auto Sperrholz. „Um die Reibung der Räder zu minimieren, habe ich die Räder mit der Bohrmaschiene angetrieben und sie dann mit Schmirgelpapier rund geschliffen, das ging dann recht einfach“, erklärt er. Er hat sein Auto extra sehr langgestreckt gebaut, „die sind zwar sehr langsam, aber so kann mein Auto sehr weit fahren“, strahlt er siegessicher, denn seine Konstruktion ist gerade 28 m weit gefahren.

Nach einer Stunde standen unter den Anfeuerungsrufen und dem Jubel der Mitschüler die Sieger der gesamten Jahrgangsstufe fest. Emil Draber (Klasse 8d) hatte Recht behalten, sein Auto erzielte die größte Weite und verhalf somit seinem Eigentümer zum Wettbewerbssieg. Den zweiten Platz belegten Leon Heck sowie Samuel und Max Schneider, Schüler der Klasse 8a, mit einer Weite von über 20 Metern. Dicht dahinter, mit ebenfalls über 20 Metern, folgten auf dem dritten Platz Franca Hiß, Anika Gerwinski und Lucy Weisleder, ebenfalls aus der Klasse 8a.

 

 

 

Text: Martin Limbach

 

Fotos: Claudia Spittel

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