Heute wäre eigentlich ein kurzer Tag gewesen – nur 5 Stunden. Allerdings waren wir schon um 9:10 Uhr nicht mehr in der Schule. Wir waren früher aus dem Unterricht gelassen worden, um dann mit Frau Dr. Breitbach zur Fachhochschule Rheinbach zu laufen. Dorthin ging nämlich die heutige Exkursion.Zuerst gab es eine kleine Einführung von zwei Lehrerinnen dort, dann gab es für jeden einen Laborkittel, und, falls die Hose nicht bis über die Schuhe reichte, eine zum Drüberziehen. Das Thema war nämlich flüssiger Stickstoff. Wenn man das berührt (einige Sekunden reichen schon) ist das betreffende Körperteil schockgefrostet und nicht mehr zu gebrauchen (was glücklicherweise niemandem passierte). Denn damit Stickstoff flüssig ist, muss er eine Temperatur von rund -196° Celsius haben!

 

Es gab zwei Experimente: Bei dem einen hatten wir zwei Multimeter, einen Temperatursensor, eine Messbank (ein Gerät, dass die Daten des Temperatursensors so umwandelte, dass wir sie in Millivolt auf den Multimetern ablesen konnten) und eine „Schachtel“ mit flüssigem Stickstoff. Nun mussten wir die Messgeräte und Multimeter an die Messbank anschließen und den Sensor in den Stickstoff tauchen. Die Messwerte sollten dann hinterher in Grad Celsius umgerechnet werden. Das zweite Experiment war das meine Meinung nach interessantere: Wir bekamen wieder eine Kunststoff-„Schachtel“, in die dann der flüssige Stickstoff gefüllt wurde, dann eine Pinzette, einen Magneten (rund) sowie sogenannte Presslinge. Die sahen aus, als wären sie aus Kohle, bröselten auch manchmal leicht und wurden dann in den Stickstoff gelegt. Nachdem das Blubbern des Stickstoffs aufgehört hatte (also der Pressling auf die -196 Grad heruntergekühlt war), wurde nun der Magnet obendrauf gelegt. Bei einigen Presslingen schwebte er! In dem Fall war dieser nämlich supraleitend. Das trat in ca. 2/3 der Fälle ein.

Zum Schluss konnten wir noch eine „Mutprobe“ machen: Wer wollte, dem wurde flüssiger Stickstoff auf die schräg nach unten gehaltene Hand geschüttet. Das war allerdings gar nicht gefährlich, weil nämlich folgendes passierte: Sobald der Stickstoff die Hand berührte, verdampfte er und bildete so ein Gaspolster, über dass der Rest einfach abfloss. So war gar keine Zeit, die Hand schockzufrosten! Was man dabei fühlte, war ungefähr folgendes: Zuerst wurde die Hand kalt, dann war es wieder normal warm, und man bemerkte, dass die Hand noch immer trocken war!

Julius Clasen 9d

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