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Kategorie: Erziehungswissenschaften

Am Freitag, den 26.02. nahmen die Schüler des Pädagogikleistungs- und Grundkurses und ein Geschichte-Grundkurs der Stufe 12 an einer Exkursion zur NS-Ordensburg Vogelsang teil, in der zwischen 1936 und 1939 der Nachwuchs des NSDAP-Führungskaders ausgebildet wurde. Der in der Eifel, oberhalb der Urfttalsperre auf dem Berg Erpenscheid errichtete Gebäudekomplex bei Schleiden-Gemünd, umfasst eine Fläche von 50.000m². Vogelsang ist somit die Größte von insgesamt drei erbauten NS-Ordensburgen und das zweitgrößte architektonische Relikt des Nationalsozialismus in Deutschland, gleich nach den Parteitagsbauten in Nürnberg. Verantwortlich für die Bauleitung war der „Reichsorganisationsleiter“ Robert Ley, welcher auch später maßgeblich an der Auswahl der Rekruten, den sogenannten „Junkern“ beteiligt war. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gelände von britischen Truppen übernommen und diente ab 2005 den belgischen Streitkräften als Truppenübungsplatz.

 

Seit 2006 steht das Gelände der Besichtigung offen, so wurde auch für die Stufe 12 des SGR eine Exkursion organisiert, deren Ablauf der Folgende war:

Um 7.45h fuhr der Reisebus an der Schule ab, eine Stunde später trafen die Schüler mit den zwei betreuenden Lehrkräften Frau Roersch und Herr Rautenbach an der NS-Ordensburg Vogelsang ein.

Danach wurden die Schüler Zeuge einer ca. 30-minütigen Einführung durch die zuständigen Referenten des Besichtigungsortes, mit den wichtigsten Informationen zur Einrichtung, zur genaueren Einordnung in den historischen Kontext, Anknüpfung an den Unterricht und Vorbereitung auf den Tag.

Auch wurden Bilder und Zitate bereit gestellt, zu denen die Schüler ihre Assoziationen mit dem NS-Regime und der Ordensburg schildern sollten.

Nach dieser Einführung teilten sich die Schüler selbstständig in Gruppen ein, von denen jede ein Recherche-Thema erhielt. Die Informationssuche zu den Themen „Sportlerrelief“ (Wandrelief), „Fackelträger“ (Skulptur auf dem Gelände), „Architektur“ und „Kameradschaftsräume“, wurde an den entsprechenden Orten auf dem Gelände durchgeführt. Die gesammelten Informationen stellten die Schüler während einer von den Referenten geleiteten Führung durch das Gelände in Form von Kurzreferaten vor.

Abschließend erfolgte eine Besprechung der gesammelten Eindrücke mit den Referenten. Die Schüler zeigten sich stark abgestoßen von der NS-Ideologie und ihr Eindruck vom „Dritten Reich“ wurde, aufgrund der entindividualisierenden Lebensbedingungen der Junker auf der Ordensburg nochmals bekräftigt. Alle erhielten einen guten Einblick in die Methodik des NS-Bildungssystems, welches darauf ausgerichtet war, Jugendliche zu instrumentalisieren und zu indoktrinieren und ihnen mit militärischem Drill die kritische Denkweise zu rauben. Sicherlich wurde an diesem Exkursionstag Geschichte fast mit Händen greifbar, da sogar die frostigen Witterungsverhältnisse vor Ort zur Atmosphäre beitrugen.

 

Text: Franca S., Nina S.